Mit Terry Thun ins pulsierende Nachtleben der guten alten Zeit

Sperriger Titel, sperriges Format. Erpho Bell hat ein halbes Jahr die Geschichte des Bremerhavener Vergnügungsviertels in den 50er und 60er Jahren für den  Leher Kultursommer recherchiert und daraus ein Theaterstück  gemacht. Das Stück kommt als Stadtteilführung daher, die zu machen der frustrierte ehemalige Theaterschauspieler “Peter M. Müller” verdonnert wurde. Peter versucht immer wieder an seine alten Erfolge anzuknüpfen, statt eine ordentliche Führung zu machen. Doch da kommt ihm der Geist von Terry Thun in die Quere, eine 2004  verstorbene Legende des Viertels, ein stadtbekannten Streitschlichter, eine Kiezlegende.  Denn das Nachtleben Bremerhavens war wild. Bremerhaven war mal die deutsche Stadt mit der höchsten Kneipendichte Deutschlands; angrenzend immer auch die bezahlte Liebe, obwohl es den Kuppeleiparagrafen gab. Diese Zeiten sind heute nicht mehr vorstellbar. Und langsam verschwinden auch die Menschen, die uns davon berichten können.  Das Stück wird an den Orten gespielt, erzählt und improvisiert, an denen die Geschichten tatsächlich stattgefunden haben. Kein Bühnenbild kann da mithalten. Als Statisten kommen die heutigen Bewohner bereitwillig ins Spiel, zum Beispiel wenn am Eingang der “Rue” (Lessingstraße) ein Karnevalslied von 1951 (Die Reeperbahn von Bremerhaven) gesungen wird, tanzen und singen die Damen – so sie nicht grade Kundschaft haben – gerne mit. Premiere war am 5. September 2013, wegen der großen Nachfrage während der 4 Vorstellungen wurden 4 Termine im Oktober 2013 angesetzt, zum Leher Kultursommer 2014 gibt es das Stück auch wieder zu sehen. Die Probenfotos hat Max Duda gemacht. Einen schönen Bericht über das Stück hat Jürgen Winkler geschrieben: http://juwiswelt.blogspot.de/2013/09/bremerhavener-nachtleben-in-der-guten.html

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Gut gegen Nordwind

Seit dem 16. Juni 2012 spiele ich Leo Leike in Daniel Glattauers “Gut gegen Nordwind” am Stadttheater Hameln in einer Inszenierung von Dorothee Starke.

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Leo Leike und Emma Rother

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Gut gegen Nordwind_2

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Gut gegen Nordwind_2

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ACH! Kleist und die Frauen

ein Stück von Claudia Hanfgarn und Martin Kemner

Die Deutung des berühmten Schlussseufzers der Alkmene im Lustspiel „Amphytrion“, ist nicht das einzige Rätsel das Heinrich von Kleist der Nachwelt aufgegeben hat. Ruhelos, getrieben und meistens unglücklich war Kleist fast sein ganzes kurzes Leben auf Reisen. Kein Mensch weiß heute genau was er getrieben hat und was ihn getrieben hat. Spekulationen gibt es viele. Einige klug und schlüssig, andere weniger. Soviel ist sicher:
Kleist verlor früh seine Eltern, den Vater mit 10, die Mutter mit 16 Jahren, Kleist war immer auf der Suche nach dem Lebensplan, der ihn in ein besseres, glückliches Leben führen sollte. Enttäuscht von der Unmöglichkeit den richtigen Plan rechtzeitig zu entwickeln, entstand früh der Wunsch seinem Leben baldmöglichst ein Ende zu setzen.

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Heinrich von Kleist ist einer der meistgespielte Klassiker auf deutschsprachigen Bühnen, die „Deutsche Literaturgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart“ beschreibt ihn als „Außenseiter im literarischen Leben seiner Zeit […] jenseits der etablierten Lager“ und der Literaturepochen der Weimarer Klassik und der Romantik.“ Er wird als Wegbereiter der literarischen Moderne beschrieben, und wie viele Wegbereiter vor und nach ihm, hat er zu Lebzeiten nie die Anerkennung erfahren dürfen, derer er offenbar dringend bedurfte.

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Kleist war ausgesprochen ehrgeizig und zugleich von Selbstzweifeln zerfressen, immer extrem im Denken, Handeln und Schreiben.
Als es ihm z.B. nicht im Handumdrehen gelangt, Goethe als Dramatiker zu übertrumpfen, wollte er lieber Landwirt in der Schweiz werden. Was dann auch nicht so richtig gelang.

Am ehesten fühlte er sich von Frauen akzeptiert und verstanden, seine Halbschwester Ulrike und seine Cousine Marie haben in seinem Leben eine wichtige Rolle gespielt, seine Freundin Henriette Vogel war bereit mit ihm in den Freitod zu gehen.

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Die literarischen Frauenfiguren die Kleist geschaffen hat, sind aussergewöhnlich, insbesondere für ihre Zeit. Die Frauen in Kleists Dramen und Erzählungen wissen was sie fühlen, was sie erreichen wollen – sie haben einen Lebensplan für den sie im Zweifelsfalle alles opfern. Dies wird mit einer aussergewöhnlichen Detailfülle beschrieben und ist zumeist der Hauptantrieb, der dramatische Motor.

Reale Frauen konnten da nicht ganz mithalten, Kleists Versuche seine Verlobte Wilhelmine von Zenge nach seinen Vorstellungen zu formen muten heutzutage recht oberlehrerhaft, ja chauvinistisch an.

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Auf der Basis des persönlichen Eindrucks, des individuellen Empfindens wirft “ACH!” mit den Mitteln Tanz, Schauspiel, Rezitation einen sehr speziellen Blick auf Kleist.
Regie, Dramaturgie, Text- und Musikauswahl, Mediengestaltung, sowie die Gestaltung von Bühne und Kostümen haben Claudia Hanfgarn und ich komplett selbst übernommen.


 

Videoausschnitte aus \”Ach!\”

Tommy

Für die Produktion der Rockoper “Tommy” habe ich nicht nur den “Uncle Ernie” gespielt und gesungen, sondern auch das Videodesign entworfen, das nach den Worten des Bühnenbildners Manfred Kaderk, das halbe Bühnenbild ausmachte. Tatsächlich wurde durchgängig auf zwei Großleinwände (Rückwand und “fliegende” Leinwand) projiziert. Generiertes Material, historische Aufnahmen und bearbeitetes Videomaterial der beteiligten Künstler wurden zu einer ästhetischen Einheit verschmolzen.
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